Das Gesetz kennt nur Euro, keine Stunden
Ob eine Beschäftigung ein Minijob, ein Midijob oder voll beitragspflichtig ist, entscheidet allein das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt. Die Stundenzahl spielt nur indirekt eine Rolle: Sie bestimmt zusammen mit dem Stundenlohn, wo Ihr Entgelt landet. Weil der gesetzliche Mindestlohn 2026 bei 13,90 Euro liegt, ergibt sich daraus aber für jeden Stundenlohn ein konkreter Stundenkorridor.
Stundenkorridor für den Midijob, je Stundenlohn
| Stundenlohn | Midijob ab (Std./Monat) | Midijob bis (Std./Monat) | entspricht pro Woche |
|---|---|---|---|
| 13,90 (Mindestlohn) | ab ca. 43,4 | bis 143,9 | ca. 10,0 bis 33,2 |
| 15,00 | ab ca. 40,2 | bis 133,3 | ca. 9,3 bis 30,8 |
| 16,00 | ab ca. 37,7 | bis 125,0 | ca. 8,7 bis 28,9 |
| 18,00 | ab ca. 33,5 | bis 111,1 | ca. 7,7 bis 25,7 |
| 20,00 | ab ca. 30,2 | bis 100,0 | ca. 7,0 bis 23,1 |
| 25,00 | ab ca. 24,1 | bis 80,0 | ca. 5,6 bis 18,5 |
Lesebeispiel: Wer 18 Euro pro Stunde verdient, ist ab etwa 33,5 Monatsstunden Midijobber und ab gut 111 Monatsstunden (über 2.000 Euro) voll beitragspflichtig. Die Wochenwerte rechnen mit dem üblichen Faktor 4,33 Wochen pro Monat. Unterhalb des Korridors liegt ein Minijob, oberhalb die volle Beitragspflicht.
Was vom Stundenplus netto übrig bleibt (Mindestlohn, Steuerklasse 1)
| Wochenstunden | Brutto/Monat | SV-Anteil | Lohnsteuer (Näherung) | Netto (geschätzt) |
|---|---|---|---|---|
| 15 | 902,81 | 95,24 | 0,00 | 807,57 |
| 20 | 1.203,74 | 188,42 | 0,00 | 1.015,32 |
| 25 | 1.504,68 | 281,61 | 13,16 | 1.209,91 |
| 30 | 1.805,61 | 374,79 | 51,08 | 1.379,74 |
Alle Beträge in Euro, 2026, ohne Kinder, ohne Kirchensteuer. Der Übergangsbereich sorgt dafür, dass sich jede zusätzliche Stunde lohnt: Das Netto steigt durchgehend mit, es gibt keine Schwelle, an der mehr Arbeit weniger Geld bedeutet. Ihr persönliches Ergebnis mit Steuerklasse, Kindern und Kassenbeitrag zeigt der Midijob-Rechner.
Drei Dinge, auf die es in der Praxis ankommt
- Der Jahresdurchschnitt zählt. Weihnachts- und Urlaubsgeld werden aufs Jahr verteilt mitgerechnet. Wer mit Einmalzahlungen im Schnitt über 2.000 Euro landet, fällt ganz aus dem Übergangsbereich, auch wenn der normale Monat darunter liegt.
- Mindestlohn setzt die Untergrenze der Stunden nicht außer Kraft. Arbeitszeit mal Stundenlohn muss zum gemeldeten Entgelt passen; unbezahlte Mehrarbeit kann den Mindestlohn unterschreiten und ist nicht zulässig.
- Mehrere Jobs werden zusammengerechnet. Zwei versicherungspflichtige Beschäftigungen mit zusammen mehr als 2.000 Euro kippen den Übergangsbereich für beide. Ein einzelner Minijob daneben bleibt außen vor. Details im Artikel Lohnsteuer im Midijob.
Häufige Fragen
Wie viele Stunden darf ich im Midijob arbeiten?
Es gibt keine gesetzliche Stundengrenze. Entscheidend ist das regelmäßige Monatsentgelt von 603,01 bis 2.000 Euro. Beim Mindestlohn von 13,90 Euro entspricht das etwa 43,5 bis 144 Stunden im Monat, bei höherem Stundenlohn entsprechend weniger (Tabelle oben).
Wie viele Stunden sind 603 Euro beim Mindestlohn?
603 geteilt durch 13,90 ergibt rund 43,4 Stunden im Monat, also etwa 10 Wochenstunden. Bis dahin ist die Beschäftigung 2026 ein Minijob, darüber beginnt der Midijob.
Was passiert, wenn ich durch Mehrarbeit über 2.000 Euro komme?
Einzelne Monate über 2.000 Euro sind unschädlich, solange das regelmäßige Entgelt im Jahresdurchschnitt im Rahmen bleibt. Liegt der Durchschnitt darüber, gilt der Übergangsbereich nicht mehr und beide Seiten zahlen die vollen hälftigen Beiträge. Wie groß der Sprung ist, zeigt der Rechner bei Eingabe von Werten über 2.000 Euro.
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Alle Werte sind Näherungen zur Orientierung (Stand Juli 2026), keine verbindliche Entgeltabrechnung oder Rechtsberatung.